Kosten für ein Studium

Nicht überall in Deutschland werden Studiengebühren verlangt – kostenfrei ist ein Studium deswegen aber nicht. Der folgende Text soll dir zeigen, welche finanziellen Belastungen außerdem auf dich zukommen.

Der Beginn eines Studiums ist meist mit einer umfassenden Veränderung der Lebensumstände verbunden. Vielleicht ziehst du in eine andere Stadt und eine eigene Wohnung? Deshalb ist es wichtig, dir vorher zu überlegen, wie du dein Leben während der Studienzeit finanziell organisieren möchtest.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Im Folgenden listen wir einige Punkte auf, die du bei deiner Finanzplanung auf jeden Fall berücksichtigen solltest.

Studiengebühren

Seit dem Wintersemester 2013/2014 gibt es nur noch in einem Bundesland Studiengebühren, und zwar in Niedersachsen. Das wird in Zukunft anders aussehen, denn nach dem Sieg der Landtagswahlen am 20. Januar 2013 verkündeten die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und Bündnis 90/Die Grünen die Abschaffung der Beiträge. Die Umsetzung ist zum Wintersemester 2014/2015 geplant.

Aber: Es wäre ein Trugschluss zu glauben, dass ein Studium nun gar nichts mehr kostet, denn ein Semesterbeitrag wird definitiv fällig. Dieser geht zum größten Teil an das Studentenwerk, kommt aber auch den Studenten zugute, denn mit dem Geld können Mensaessen und Studentenwohnheime günstiger angeboten werden. In vielen Fällen ist bereits ein Semesterticket im Beitrag enthalten.

Die Höhe des Semesterbeitrags ist von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich. Zur Orientierung: In Hamburg zahlt man derzeit 290 Euro, in Köln 230 Euro, in Berlin 293 Euro und in München 111 Euro.

Außerdem solltest du bedenken, dass ein Studium an einer privaten Hochschule viel teuer ist als ein Studium an einer staatlichen Universität. Hochschulen in privater Trägerschaft verlangen gerne einmal 30.000 Euro Studiengebühren.

Wenn du dir noch nicht sicher bist, wo du gerne studieren möchtest, hilft dir vielleicht unser Artikel „Die richtige Studienwahl“ weiter.

 

Krankenversicherung

Als Student kannst du bis zum 25. Lebensjahr familienversichert sein, sofern du kein regelmäßiges Einkommen von mehr als 395 Euro im Monat hast. Eine geringfügige Beschäftigung mit monatlich nicht mehr als 450 Euro steht der Familienversicherung dagegen nicht im Wege.

Das ändert sich mit deinem 25. Geburtstag. Von da an musst du dich selbst versichern. Als Student bekommst du natürlich günstigere Konditionen. Der Beitrag für Studenten ist gesetzlich festgelegt und beträgt derzeit 64,77 Euro für die Krankenversicherung und 12,24 Euro für die Pflegeversicherung. Mit dem 23. Geburtstag ist der Beitrag zur Pflegeversicherung etwas höher, dann zahlst du 13,73 Euro.

 

Wohnungskosten

Im Durchschnitt geben Studenten 298 Euro pro Monat für Miete inkl. Nebenkosten aus.

Wie viel du letztendlich für eine Unterkunft investieren musst, hängt auch stark davon ob, wo du wohnst. Hier eine kleine Übersicht:

Wohnform

Kosten im Durchschnitt

Studentenwohnheim

240 Euro

Wohngemeinschaft

280 Euro

Zimmer zur Untermiete

248 Euro

Wohnung mit Partner

319 Euro

Wohnung allein

357 Euro

Quelle: 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, S. 261

In einem Studentenwohnheim zu leben ist also deutlich günstiger als alleine zu wohnen.

Außerdem sind die Preise von Region zu Region unterschiedlich. In den beliebten Groß- aber auch in klassischen Universitätsstädten ist die Miete oft teuerer. Selbst innerhalb einer Stadt können die Preise stark variieren. Daher solltest du dich vorher immer informieren, in welchem Stadtteil die Unterkünfte erschwinglich sind.

Weitere Informationen findest du in unserem Text „Wie finde ich eine Wohnung

 

Essen und Trinken

Die 20. Sozialerhebung hat gezeigt, dass Studierende im Sommersemester 2012 durchschnittlich 165 Euro pro Monat für Ernährung ausgegeben haben.

Auch dieser Wert kann variieren und hängt stark davon ab, wie du dich ernährst und vor allem, wo du dir deine warmen Mahlzeiten organisierst. Wer jeden Tag auswärts isst, zahlt am Ende des Monats natürlich mehr. Außerdem macht es einen Unterschied, ob man allein wirtschaftet oder mit anderen gemeinsam.

Generell kann man jedoch sagen, dass es günstiger ist, selber zu kochen. Dabei empfiehlt es sich, regionale Produkte zu kaufen, denn so vermeidet man Kosten für Transportwege und schont die Umwelt. Außerdem sollte man darauf achten, dass möglichst wenig verdirbt. Das bedeutet, sich vorher genau zu überlegen, was man essen möchte und dementsprechend einzukaufen.

Um deinen Verbrauch realistisch einschätzen zu können, solltest du deine Ausgaben akribisch notieren. Nach ein paar Wochen kannst du ungefähr abschätzen, wie viel Geld du im Monat für Essen und Trinken brauchst und einen festen Betrag dafür veranschlagen. Ein kleiner Tipp: Lege eine Haushaltskasse an, in die du jeden Monat das Geld für deine Ernährung legst. Auf diese Weise vermeidest du unnötige Ausgaben.

 

Fahrtkosten

Im Durchschnitt fallen pro Monat 82 Euro Fahrtkosten an. Aber auch hier gibt es enorme Unterschiede: Laut 20. Sozialerhebung leisteten sich 2012 etwa ein Drittel der Studenten/innen ein Auto. Dafür gaben sie im Schnitt 117 Euro pro Monat aus. Wer dagegen öffentliche Verkehrsmittel nutzte, zahlte nur 41 Euro.

Das liegt sicherlich auch am Semesterticket, das mittlerweile von vielen Hochschulen angeboten wird. Es ist wesentlich günstiger als eine Monatskarte oder sonstige Tickets. Das Geld wird direkt an die Hochschule überwiesen und diese stellt dir das Ticket dann zu Semesterbeginn aus. Voraussetzung ist allerdings, dass die jeweilige Studierendenvertretung mit den örtlichen Verkehrsbetrieben einen entsprechenden Vertrag geschlossen hat. Im Zweifel fragst du bei deiner Hochschule nach, ob es eine Kooperation gibt und welche Konditionen im Einzelnen gelten.

Am günstigsten ist sicherlich die Nutzung eines Fahrrads. Der Drahtesel erfreut sich immer größerer Beliebtheit, erhöht die Flexibilität, hält fit und ist nicht mit lästiger Parkplatzsuche verbunden. Allerdings müssen auch hier Anschaffungs- und Reparaturkosten einkalkuliert werden. An einigen Hochschulen gibt es jedoch Werkstätten – dort erhältst du das nötige Werkzeug für die Reparatur und kompetente Hilfe.

 

Kommunikation

Für Kommunikation und Mediennutzung zahlen Studierende durchschnittlich 33 Euro pro Monat.

Wenn du in einem Studentenwohnheim oder einer Wohngemeinschaft lebst, hast du verhältnismäßig geringe Ausgaben für Telefon, Internet, Rundfunk - und Fernsehgebühren. Hier sind der Internetzugang und die TV-Kabelgebühr meist im Mietpreis enthalten und Kosten für Anschlüsse und Verträge können mit den Mitbewohner geteilt werden. Daher belaufen sich die Ausgaben bei diesen Wohnformen auf etwa 27 Euro im Monat. Wer allein in einer eigenen Wohnung lebt zahlt ungefähr 43 Euro. 

Studierende, die BAföG beziehen und nicht bei ihren Eltern wohnen, können sich vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. Das Antragsformular kann online ausgefüllt und anschließend ausgedruckt werden. Zudem ist es in Städten und Gemeinden sowie in zuständigen Behörden erhältlich.

 

Lernmittel

Für Lernmittel müssen in etwa 30 Euro im Monat aufgewendet werden. Die Höhe der Lernmittelausgaben hängt stark von der jeweiligen Studienrichtung ab. Die höchsten Ausgaben haben Studierende der Zahnmedizin mit 65 Euro, gefolgt von Studierenden der Bildenden Kunst und der Architektur. Besonders geringe Ausgaben haben hingegen Studierende der Ernährungs- und Haushaltswissenschaften, Physik sowie Mathematik, Informatik und Elektrotechnik mit je 22 Euro.

 

Freizeit

Für Freizeit, Kultur und Sport geben Studierende durchschnittlich 68 Euro im Monat aus. Allerdings steigen die Freizeitausgaben mit steigender Einwohnerzahl am Hochschulstandort signifikant an – von 57 Euro in Städten unter 50.000 Einwohner auf 77 Euro in Städten mit über 500.000 Einwohner. Wahrscheinlich ist das Angebot von Freizeit -, Kultur - und Sportaktivitäten in größeren Städten vielfältiger, sodass die Ausgaben der Studierenden dementsprechend höher sind.

 

Fazit

Hoffentlich konntest du dir einen Überblick über die Kosten verschaffen, die für ein Studium anfallen. Wie viel du letztendlich auf die einzelnen Positionen ausgibst, hängt natürlich davon ab, was du studierst, wo du wohnst und wie du lebst. Grundsätzlich solltest du jedoch 1.000 Euro im Monat für dein Studium einplanen.

Wichtig  ist auch, dass du Semesterweise auftretende Kosten einkalkulierst. Außerdem solltest du immer etwas für besondere Fälle zurücklegen: Vielleicht geht dein Computer kaputt und du benötigst schnellstmöglich Ersatz? Oder du möchtest in den Semesterferien in den Urlaub fahren oder ein Auslandssemester machen?

Mache dir bereits vor Studienbeginn Gedanken über die Finanzierung und erstelle eine Tabelle mit Einnahmen und Ausgaben. Können dich deine Eltern unterstützen? Hast du Anspruch auf BAföG? Wie viel kannst du selbst dazuverdienen? Welche Ausgaben stehen dem gegenüber?

Mit einem sorgfältig ausgearbeiteten Haushaltplan bist du immer auf der sicheren Seite und gehst garantiert keine finanziellen Risiken ein. In unserer Rubrik „Finanzierung“ findest du außerdem einige Möglichkeiten und Tipps zur Studienfinanzierung.