Die richtige Studienwahl

Welches Studium passt zu mir? Diese Frage stellen sich viele angehende Studenten. Wie du den richtigen Studiengang findest und ob eine staatliche oder private Hochschule besser zu dir passt, erfährst du hier.

Jedes Jahr strömen Tausende Abiturienten an die Hochschulen. Sie halten ihr Abschlusszeugnis in den Händen und hoffen, im Studium den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft zu legen. Aber nicht wenige von ihnen werden auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Im Sommersemester 2012 unterbrachen laut der 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks 9% der Studienanfänger ihr Studium - Annähernd jede/r vierte Studienunterbrecher/in führt „Zweifel am Sinn des Studiums“ als Grund für die Unterbrechung an.

Damit dir nicht dasselbe passiert, solltest du dir im Vorfeld genau überlegen, für welches Studium du dich entscheidest. Um alle Hürden meistern zu können, braucht es viel Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein, Ehrgeiz und Motivation. Das kannst du natürlich nur aufbringen, wenn du voll und ganz hinter deinem Studium stehst.

Wie finde ich das richtige Studienfach?

Einige Abiturienten wissen bereits, was sie nach ihrem Abschluss studieren möchten. Andere hingegen tappen bei dieser Entscheidung noch völlig im Dunkeln. Das ist auch ganz normal, denn viele Studienfächer sind gar nicht bekannt. Klar: Mathematik, Deutsch, Englisch, Physik oder Geschichte kennen wir alle aus unserer Schulzeit. An der Hochschule ist die Auswahl aber um Einiges größer! Dort gibt es neben Medizin und Erziehungswissenschaften auch Holzwirtschaft, Sozialökonomie oder Meteorologie. Daher solltest du die Möglichkeiten etwas eingrenzen. Frage dich vorher: Woran habe ich Spaß? Was kann ich gut?

Vielleicht möchtest du lieber etwas Naturwissenschaftliches studieren? Oder du reist gerne in fremde Länder und lernst andere Sprachen? Möglichweise bist du kreativ und schreibst gerne Gedichte? Oder du warst schon immer gut darin, anderen etwas beizubringen und denkst über ein Lehramt nach? Versuche ehrlich zu dir selbst zu sein und diese Fragen zu beantworten.

Es kann auch hilfreich sein, deine Familie und Freunde zu fragen. Vielleicht sehen sie Stärken, wo du bisher keine vermutet hast.

Anschließend sollte es dir möglich sein, dich für eine Studienrichtung zu entscheiden.

 

Von der Studienrichtung zum Studienfach

Wenn du eine ungefähre Vorstellung davon hast, welche Studienrichtung für dich in Frage kommt, steht nun die Entscheidung für ein konkretes Studienfach an.

Ein erster Schritt kann sein, in Büchern zur Berufs- und Studienwahl zu blättern.

Das Buch „Studien- & Berufswahl 2013/2014“ wird von den Ländern der Bundesrepublik Deutschland und der Agentur für Arbeit herausgegeben. Es liefert einen aktuellen Überblick über alle Studiengänge und Hochschulen im Bundesgebiet und nennt die späteren Beschäftigungsmöglichkeiten.

Außerdem enthält es konkrete Tipps: Ist ein Studium oder eine Ausbildung der bessere Berufsweg für dich? Wie findest du den richtigen Studiengang bzw. Ausbildungsberuf? Welche Überbrückungsmöglichkeiten gibt es zwischen Schule und Hochschule?

Im dazugehörigen Internetportal www.studienwahl.de kannst du das Buch für 9,80 Euro direkt online bestellen. Hier findest du zusätzliche Informationen zur Studien- und Berufsorientierung sowie die laufend aktualisierte Studiengangsuchmaschine „FINDER“.

Ebenfalls erhältlich ist der Studienführer im Buchhandel sowie in den Berufsinformationszentren der Agentur für Arbeit.

Übrigens: Den „FINDER“ von „Studien- & Berufswahl“ gibt es auch auf Facebook unter www.facebook.com/studienwahl.de und als kostenlose App fürs iPhone – für eine bequeme und schnelle Suche nach Studiengängen von unterwegs.

Eine weitere Empfehlung ist „Der große Studienwahltest“ von Angela Verse-Hermann und Dieter Hermann. Das bewährte, mehrstufige Testverfahren gibt wertvolle Entscheidungshilfe bei folgenden Fragen: Ist ein Studium oder eine Ausbildung das richtige für mich? Welche Fächergruppe ist für mich besonders geeignet? Wie finde ich das richtige Studienfach? Welche Rückschlüsse lassen sich aus meinen Schulnoten ziehen?

Außerdem enthält es Informationen über schriftliche Eignungs-, Studierfähigkeitstests und Auswahlgespräche.

  • Hier geht’s zum Link

Das Buch „Was soll ich studieren?“ von Patrick Ruthven-Murray richtet sich genauso wie der Studientest an Abiturienten, die auf der Suche nach dem richtigen Studiengang sind. Im ersten Teil des Buches werden neben den schulischen Leistungen auch die Interessen, Wünsche und Motivationen erfasst. Der zweite Teil vermittelt wichtige Informationen über die Hochschullandschaft und geht auf Fragen der Finanzierung des Studiums ein. Im letzten Teil werden die einzelnen Erkenntnisse zusammengeführt und für die Entscheidung aufbereitet, um im Ergebnis mehrere passende Studiengänge herauszufinden.

  • Hier kannst du eine ersten Blick in das Buch werfen

 

Um die richtige Studienwahl zu treffen, ist es zudem empfehlenswert, die von den Hochschulen angebotenen Informationstage wahrzunehmen. Hier kannst du dir einen ersten Eindruck vom Studienalltag verschaffen und die Inhalte und Anforderungen eines Faches näher kennenlernen. Außerdem hast du die Möglichkeit, dir die Fachbereiche genauer ansehen und mit Lehrenden und Studierenden ins Gespräch kommen. Selbstverständlich kannst du auch einen individuellen Beratungstermin vereinbaren – die Studienberatungen an den Hochschulen helfen dir gerne weiter und beantworten deine Fragen.

Eine Übersicht über Infoveranstaltungen der Hochschulen findest du hier.

Wenn du noch immer unsicher bist, kannst du auch den Studium-Interessentest (SIT) von ZEIT Online und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) machen. Dieser dauert 15 Minuten und soll dir helfen, deine Interessen und Neigungen zu ermitteln. Das Ergebnis wird mit der Suchmaschine für Studiengänge von ZEIT Online abgestimmt. So erhältst du eine Liste mit Studiengängen, die zu deinem Interessenprofil passen.

 

Staatliche Universität, privat Fachhochschule oder Berufsakademie?

Nicht nur das Studienfach ist von Bedeutung, sondern auch die Hochschule, an der man studieren möchte. Es gibt einige Fächer, die nur an Fachhochschulen angeboten werden und die somit in den Studienganglisten der staatlichen Universitäten gar nicht zu finden sind. Bei anderen Fächern ist die Auswahl größer. Aber was sind die Vor- und Nachteile der einzelnen Hochschularten?

Staatliche Universität

Universitäten bieten in der Regel einen umfassenden Fächerkanon an, weshalb die Auswahl an Studiengängen groß ist.

Staatliche Universitäten besitzen das Promotionsrecht und dienen Forschung und Lehre gleichermaßen.

An staatlichen Universitäten sind deutlich mehr Studenten immatrikuliert als an Fachhochschulen.

Private Fachhochschule

Das Lehrangebot an Fachhochschulen ist meist kleiner.

Die Kosten für ein Studium an einer privaten Fachhochschule übersteigen die Studiengebühren der Länder für staatliche Hochschulen bei weitem – so kann der Preis für ein Studium gerne mal 30.000 Euro betragen.

Der Studienbetrieb an Fachhochschulen orientiert sich in erster Linie an der Wissensvermittlung, aus diesem Grunde spielt Forschung eine weniger gewichtige Rolle.

Private Fachhochschulen bilden ihre Studierenden anwendungsorientierter aus, in vielen Fällen ist daher ein Praxissemester bereits in das Studium integriert.

Durch die Einnahmen können private Hochschulen die Qualität im Bereich der Professoren und Ausstattung oft höher gestalten als staatliche Einrichtungen. Nicht selten halten Persönlichkeiten aus der Praxis Vorlesungen und geben den Studenten so einen guten Einblick in Arbeitsalltag, welcher an staatlichen Hochschulen oftmals fehlt.

Die Hochschulen stehen meist in engem Kontakt zu Unternehmen, sodass den Studierenden die Möglichkeit gegeben wird, frühzeitig praktische Erfahrung zu sammeln und schnell in den Beruf einzusteigen.

Hinzu kommt, dass private Fachhochschulen meist kleiner sind, daher ist das Umfeld familiärer und es kann intensiver gearbeitet werden.

Generell solltest du jedoch darauf achten, dass die Studiengänge akkreditiert sind. Diese Akkreditierung ist ein Qualitätssiegel, das im Auftrag des Akkreditierungsrats vergeben wird und dir so zusichert, dass die private Hochschule staatlich anerkannt ist.

Ein weiterer Unterschied

Wer sich an einer privaten Fachhochschule bewirbt, muss meist ein Test absolvieren, mit dem die Hochschulen herausfinden möchten, ob ein Bewerber tatsächlich die erforderliche Lern- und Leistungsbereitschaft mitbringt und sich wirklich für den gewählten Studiengang interessiert. Das kann vorteilhaft sein, wenn du einen niedrigen Abiturdurchschnitt hast.

Die staatliche Universität zieht hingegen die Abiturnote als wichtigstes Kriterium heran.

 

Berufsakademie

Berufsakademien bieten ausschließlich kooperative Studiengänge an. Studierende schließen einen Ausbildungsvertrag mit einer Firma ab und belegen parallel dazu einen dreijährigen Studiengang an einer Berufsakademie, der in Theorie- und Praxisphasen gegliedert ist. Die Theoriephasen werden an den Studienakademien abgehalten, die Praxisphasen finden in den Firmen statt. Die Abschlussarbeit wird in Abstimmung mit der Berufsakademie und der Firma geschrieben.

In der Regel wird eine zum Leben ausreichende Ausbildungsvergütung gewährt.

 

Fazit

Welches Studienfach und welche Hochschulart für dich die beste ist, hängt vor allem von deinen eigenen Wünschen und finanziellen Möglichkeiten ab.

Es lohnt sich in jedem Fall, die Studienberatung zu besuchen, sobald du dich für ein Studienfach entschieden und eine bestimmte Hochschule ins Auge gefasst hast. Dann kannst du dir die Studienbedingungen vor Ort anschauen, deine Fragen stellen und dich mit Professoren und Studierenden austauschen. 

Du bist dir immer noch nicht sicher?

Vielleicht ist das CHE Hochschulranking eine Orientierungshilfe. Es ist das umfassendste und detaillierteste Ranking deutscher Universitäten und Fachhochschulen. Es umfasst insgesamt 37 Fächer und wird von der Wochenzeitung „Die Zeit“ herausgegeben.