Soft Skills

Soft Skills spielen bei der Bewerbung eine immer stärkere Rolle. Aber was sind Soft Skills eigentlich und kann man sie trainieren?

„Neben fachlichen Kompetenzen bringen Sie auch ein hohes Maß an Sozialkompetenz mit“

Wenn du in der letzten Zeit viele Stellenanzeigen gelesen hast, wird dir aufgefallen sein, dass Unternehmen heutzutage hohe Anforderungen an ihre Mitarbeiter stellen. Aber welche sozialen Kompetenzen gibt es überhaupt und was bedeuten sie?

Die wichtigsten Soft Skills im Überblick

Die Arbeitswelt folgt dem Rhythmus einer Großstadt: Sie verändert sich rasend schnell, die Bedingungen werden zunehmend komplexer und die Ansprüche an den einzelnen Mitarbeiter steigen. Es genügt heute nicht mehr, über ein umfassendes Fachwissen zu verfügen – der unmittelbare Kontakt mit den Mitmenschen ist ebenso wichtig und sollte professionell gestaltet sein. Dazu sind eine Reihe von Soft Skills notwendig, die wir im Folgenden näher ausführen möchten.

Persönliche Kompetenzen

Selbstbewusstsein, Motivation, Selbstdisziplin, Stressbewältigung, Belastbarkeit und Leistungswille, Entscheidungsstärke, Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität, Einsatzbereitschaft

Stress am Arbeitsplatz kannst du beispielsweise durch gezieltes Zeitmanagement und eine gute Ordnung reduzieren. Sortiere deshalb deinen Schreibtisch und deine Dateien, damit du sie mit möglichst wenigen Klicks beziehungsweise Handgriffen jeder Zeit parat hast. Neben Zeitmanagement und Ordnung kannst du auch gezielte Stressbewältigung betreiben. Methoden wie Autogenes Training oder Yoga helfen, deine Gedanken zu fokussieren und konzentrierter zu arbeiten. Viele Berufstätige sehen Sport als Ausgleich und Mittel zur Stressbewältigung. Ausdauersportarten fördern die körperliche Konstitution und stärken den Kreislauf. Ebenso wichtig für die Stressbewältigung ist eine ausgewogene Ernährung. Vitamine und Mineralien braucht der Körper, um physisch und psychisch auf der Höhe zu sein.

Wer ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein hat, wägt sein Handeln entsprechend ab – weil er sich bewusst ist, dass sein Tun oder Unterlassen Folgen für die Firma hat. Wichtig ist daher, dass du mit den dir anvertrauten Aufgaben gewissenhaft umgehst und für die Ergebnisse einstehst.

Flexibilität bedeutet, dass man sich schnell auf unterschiedliche Situationen einstellen kann. Sie äußert sich auch darin, ob man zwischen verschiedenen Interessen vermitteln kann.

 

Kommunikative Fähigkeiten

Teamfähigkeit, Interkulturelle Kompetenz, Optimales Networking, Kritikfähigkeit, Konfliktmanagement, Einfühlungs- und Überzeugungsvermögen, Verhandlungsgeschick, Schlagfertigkeit

Teamfähigkeit ist eine soziale Eigenschaft, bei der das Wir-Gefühl an die Stelle des Ichs tritt. Sie wird an der gemeinsamen Begeisterung und Leistungsfähigkeit in Bezug auf eine Aufgabe sichtbar. Spaß, gegenseitige Unterstützung und das Übernehmen von Teilaufgaben zeigen, wie stark der Teamgeist ausgeprägt ist. Nur wenn man konstruktiv zusammenarbeitet, kann man das gemeinsame Ziel schnellst- und bestmöglich erreichen.

Interkulturelle Kompetenz ist ein wichtiger Soft Skill, denn vor allem bei großen Unternehmen muss der internationale Mitarbeiter Verkaufsgespräche mit Kunden aus anderen Kulturkreisen führen und möglichst die landestypischen Höflichkeitsformen einhalten.

Networking bezeichnet den Aufbau und die Aufrechterhaltung von persönlichen und beruflichen Kontakten. Bei intensiver Pflege kann es viele Vorteile bringen – ein zielorientiertes Networking unter Firmen ermöglicht beispielsweise einen regelmäßigen Informationsaustausch oder Kooperationen. Letztendlich entscheidet die Qualität der Kontakte und die Frequenz der Kontaktaufnahme darüber, wie effektiv das Netzwerk ist – wichtig ist allerdings, dass beide Seiten von dem Kontakt profitieren.

Wer im Berufsleben dazu lernen und sich stetig verbessern will, muss in der Lage sein, konstruktive Kritik anzunehmen. Bevor du dich brüskiert fühlst und jedes Wort als Angriff auf deine Person wertest, solltest du dir die Argumente anhören und im Anschluss evaluieren, ob diese überzeugend sind oder nicht. Ist die Kritik gerechtfertigt, beteiligst du dich an der Lösung des Problems. Bist du jedoch weiterhin von deiner Handlungsweise überzeugt, solltest du sachlich darstellen, warum der bereits bestehende Ansatz Vorteile bietet und warum du ihn gewählt hast. Möglicherweise entsteht durch die Abwägung und den Vergleich der beiden unterschiedlichen Positionen eine Ideallösung.

Einfühlungs- und Überzeugungsvermögen bedeutet, dass man sich auf die Erwartungen der Kunden und den von ihnen gewünschten Nutzen einstellen kann – jedoch ohne die Leistungsfähigkeit und den Nutzen für die eigene Organisation aus den Augen zu verlieren.

 

Methodisches Geschick

Analytisches und logisches Denken, Kreativität, Zeitmanagement und Organisationsfähigkeit

Mit einem guten Zeitmanagement kann man Stresssituationen vorbeugen. Es gibt verschiedene Zeitmanagement-Methoden, mit Hilfe derer du deine Arbeitsaufträge fristgerecht abschließen kannst:

Beispiel 1: Die Alpen-Methode

A steht für Aufgaben und geplante Aktivitäten notieren

L steht für Länge einschätzen

P steht für Pufferzeiten einplanen, im Regelfall sind das 40% der zur Verfügung stehenden Zeit

E steht für Entscheidungen treffen, konkret heißt das Prioritäten setzen und gegebenenfalls Aufgaben delegieren

N steht für Nachkontrolle

Beispiel 2: Das Eisenhower-Prinzip

Mit dem Eisenhower-Prinzip werden Aufgaben nach ihrer Wichtigkeit und Dringlichkeit geordnet. Die höchste Priorität hat das Projekt, das einen hohen Stellenwert hat und schnell erledigt werden muss. Danach folgen Projekte, die ebenfalls einen hohen Nutzen bringen, aber ein größeres Zeitlimit aufweisen. Die unwichtigen Aufgaben werden zuletzt erledigt, gegebenenfalls delegiert.

Beispiel 3: Das Pareto-Prinzip

Nach dem Pareto-Prinzip werden nur 20 Prozent der Zeit dafür benötigt, um 80 Prozent der Arbeit zu verrichten. Für das Erledigen der restlichen Aufgaben wendet man hingegen 80 Prozent seiner Zeit auf. Wenn du also erkennst, welche Bereiche eines Projektes die meiste Zeit beanspruchen, kannst du durch das Pareto-Prinzip relativ genaue Zeitpläne aufstellen. Wichtig ist auch hier, dass du vorher entscheidest, welche Aufgaben unbedingt erledigt werden müssen und welche weniger wichtig sind – beispielsweise das Verschönern von Präsentationen. Versuche dann, 80 Prozent der anfallenden Arbeiten in einem relativ kurzen Zeitraum zu abzuarbeiten.

 

Fazit

Soft Skills sind zweifelsohne wichtig, denn Unternehmen müssen anpassungsfähig sein, um mit den immer schneller werdenden Veränderungen der Arbeitswelt mithalten zu können. Der globale Wettbewerb erfordert mehr denn je einen guten Umgang mit Kunden und kreative Lösungen.

Wie wichtig welche sozialen Kompetenzen sind, entscheidet letztendlich der Arbeitgeber. Das Anforderungsprofil differiert je nach Branche – so ist Durchsetzungsvermögen für einen Lehrer sicherlich wichtiger als für eine Modeberaterin.

Einige Kompetenzen lassen sich gut nachweisen, beispielsweise durch die Ausübung einer Sportart, ein ehrenamtliches Engagement oder die Tatsache, dass man ein renommiertes Stipendium ergattern konnte. Andere Eigenschaften kann man wiederum trainieren – beispielsweise ein gutes Zeitmanagement. Wichtig ist aber, dass du dich nicht verrückt machst. Bleib einfach so wie du bist und vertraue auf deine Stärken – es wird einen Arbeitgeber geben, der diese zu schätzen weiß und zu dessen Profil du perfekt passt.

 

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