Gehalt

Du bist dir nicht sicher, ob sich ein Studium finanziell auszahlt? Der folgende Text beleuchtet die Einstiegsgehälter von Bachelorabsolventen und zeigt, wie sich das Einkommen in den ersten drei bis fünf Jahren entwickelt.

Bekommt man eigentlich mehr Geld, wenn man studiert hat? Wir zeigen dir, was Bachelorabsolventen verdienen und wie sich ihr Gehalt entwickelt. 

Einstiegspositionen und Einstiegsgehälter

Die Studie „Mit dem Bachelor in den Beruf“ des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft ergab, dass sich für Bachelorabsolventen insgesamt ähnliche Einstiegspositionen bieten wie für andere Hochschulabsolventen. An erster Stelle steht die Sachbearbeitung, dicht gefolgt von der eigenständigen Bearbeitung einer Projektaufgabe. Aufgaben mit mehr Verantwortung kommen für akademische Berufsanfänger generell weniger infrage.

Tabelle: Einstiegspositionen für akademische Berufsanfänger.Quelle: Briedis, Kolja / Heine, Christoph / Konegen-Grenier, Christiane / Schröder, Ann-Katrin: Mit dem Bachelor in den Beruf. Essen 2011, S. 102.

Grundsätzlich betonten die interviewten Unternehmen, dass die Art des Abschlusses nicht unmittelbar mit der Einstiegsposition zusammenhänge. Als weitere wichtige Kriterien gelten praktische Erfahrungen, Persönlichkeit und Studienschwerpunkte.

Welches Gehalt bekommen Bachelorabsolventen?

Tatsächlich erhalten Bachelorabsolventen bei zwei Dritteln der Unternehmen das gleiche Einstiegsgehalt wie Diplomabsolventen. Dass liegt vermutlich daran, dass die Unternehmen weniger nach den Abschlüssen differenzieren, sondern das Gehalt vielmehr nach den Anforderungen der zu besetzenden Position und damit nach dem gesamten Qualifikationsprofil des Bewerbers bestimmen. Bei den technischen Fachrichtungen mit Bachelorabschluss zahlt die Hälfte der Unternehmen zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Bei den wirtschaftswissenschaftlichen Fachrichtungen mit Bachelorabschluss zahlen sogar zwei Drittel der Unternehmen diesen Betrag. Mehr erhalten die Ingenieure bei knapp 40 Prozent und die Wirtschaftswissenschaftler bei rund 23 Prozent der befragten Unternehmen.

Tabelle: Durchschnittliches Einstiegsgehalt von Bachelorabsolventen.Quelle: Briedis, Kolja / Heine, Christoph / Konegen-Grenier, Christiane / Schröder, Ann-Katrin: Mit dem Bachelor in den Beruf. Essen 2011, S. 104.

 

Gehaltsentwicklungen bei Bachelorabsolventen

Nach drei bis fünf Jahren bekommen die Bachelorabsolventen ein deutlich höheres Gehalt als zu Beginn ihrer Tätigkeit.

Tabelle: Gehalt von Bachelorabsolventen nach drei bis fünf Jahren.Quelle: Briedis, Kolja / Heine, Christoph / Konegen-Grenier, Christiane / Schröder, Ann-Katrin: Mit dem Bachelor in den Beruf. Essen 2011, S. 110.

Sowohl bei den technischen als auch bei den wirtschaftswissenschaftlichen Fachrichtungen mit Bachelorabschluss zahlt die Hälfte der Unternehmen nach drei bis fünf Jahren zwischen 40.000 und 50.000 Euro. Ingenieure erhalten sogar in jedem dritten Unternehmen ein Gehalt von mehr als 50.000 Euro.

 

Verdienen Masterabsolventen mehr Geld?

Absolventen mit Masterabschluss liegen in Sachen Gehalt deutlich vor ihren Kommilitonen mit dem Bachelor. PersonalMarkt fand heraus, dass ein Master beim Berufseinstieg im Schnitt mit 42.800 Euro honoriert wird, ein Bachelor dagegen mit 36.900 Euro. Obwohl Bachelorabsolventen eher ins Berufsleben starten, können sie den Gehaltsvorsprung, den ihre Berufskollegen mit Masterabschluss haben, in der Regel nicht aufholen. Ganz im Gegenteil: Mit zunehmender Berufserfahrung vergrößern sich die Gehaltsunterschiede noch. Nach zwei bis fünf Jahren liegen die Gehälter von Bachelorabsolventen im Schnitt bei 40.400 Euro, wohingegen Masterabsolventen bereits 48.400 Euro jährlich verdienen.

Fazit: Das Einkommen von Bachelorabsolventen ist etwa 15 bis 20 Prozent geringer als bei Masterabsolventen.

Geisteswissenschaftlern ist der Schritt in die Berufstätigkeit allerdings zu empfehlen, denn Masterabsolventen im Medienbereich oder der Werbewirtschaft verdienen nicht unbedingt mehr als ihre Kollegen mit Bachelorabschluss. Außerdem spielt der Studienabschluss mit zunehmender Erfahrung eine immer geringere Rolle. Dann entscheiden die Leistung in der betrieblichen Praxis und nicht zuletzt auch das Verhandlungsgeschick über die Höhe des Gehalts.

Für Ingenieure, Juristen, Wirtschafts- und Naturwissenschaftler zahlt sich ein Masterstudium indessen aus, denn bei Finanzdienstleistern, im Maschinenbau oder der Automobilindustrie erzielen Masterabsolventen ein deutlich höheres Gehalt als Bachelorabsolventen. 

 

Zahlt sich ein Studium aus?

Bildung zahlt sich immer aus, denn eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergab, dass Hochschulabsolventen über ihr gesamtes Erwerbsleben hinweg bis zu zwei Mal so viel verdienen wie Personen ohne Berufsausbildung.

Neben der Gesamtsumme analysierten die Forscher auch die Entwicklung der Bezahlung im Lauf des Arbeitslebens.

Zwar unterscheiden sich die durchschnittlichen Jahresentgelte zwischen Personen mit und ohne Berufsausbildung zu Beginn der Erwerbskarriere kaum, ab dem 40. Lebensjahr steigen die mit den Bildungsabschlüssen verbundenen Einkommensdifferenzen aber deutlich an.

 

Das richtige Verhalten in Gehaltsverhandlungen

Grundsätzlich gilt: Qualität hat ihren Preis. Wenn du erstklassige Noten erhalten, deine Praktika auf die Branche abgestimmt und eine Abschlussarbeit verfasst hast, die für die Firma relevant ist, kannst du auch ein überdurchschnittliches Gehalt fordern. Allerdings solltest vorher gründlich recherchieren, welche Gehälter für Abgänger mit deiner Qualifikation bezahlt werden. Du kannst dir beispielsweise Gehaltsvergleiche im Internet anschauen, Gespräche mit Absolventen führen, die bereits im Beruf tätig sind oder dich mit praxisnahen Professoren austauschen. Auf diese Weise kannst du sichergehen, dass deine Gehaltsforderung realistisch ist.

Wichtig ist, dass du als Erste/r eine anständige und konkrete Forderung in den Raum stellst. Mache den Personalverantwortlichen in den Gehaltsverhandlungen auf deine Stärken aufmerksam und begründe deine Forderung mit deiner beruflichen Leistungsfähigkeit.

Wenn du der/die Wunschkandidat/in der Firma bist, wird sie den Betrag sicherlich nicht mehr drücken.

Hier gibt es einen Link mit einem Video, in dem noch einmal erläutert wird, worauf du in Gehaltsverhandlungen achten sollst:

http://www.focus.de/finanzen/karriere/videos/vorstellungsgespraech/vorstellungsgespraech-wie-viel-moechten-sie-denn-verdienen_vid_11366.html

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