Steuererklärung

Früher oder später ist jeder verpflichtet, seine eigene Steuererklärung abzugeben. Einige legen die Angaben dem Finanzamt erst vor, sobald sie ihr erstes eigenes Gehalt verdienen. Für andere lohnt sich die Steuererklärung bereits während des Studiums. Doch wie funktioniert das genau?

Irgendwann ist es soweit: Wer sein eigenes Geld verdient, muss auch seine eigene Steuererklärung abgeben. Der Steuerzahler gibt dabei sowohl Auskunft über seine steuerpflichtigen Einnahmen als auch über die Ausgaben, die er von der Steuer absetzen kann.

Wie viel Steuern muss ich zahlen?

Anhand deiner Daten ermittelt das Finanzamt, wie viel Steuern du entrichten musst. Dieser Betrag wird mit den Steuern verrechnet, die du bereits gezahlt hast. Am Ende bekommst du einen Steuerbescheid zugeschickt, aus dem hervorgeht, ob du noch Steuern nachzahlen musst oder dir eine Rückzahlung zusteht.

 

Wie berechnet sich meine Steuer?

Das Steuerrecht unterscheidet sieben verschiedene Einkunftsarten:

  • Land- und Forstwirtschaft
  • Gewerbebetrieb
  • Selbstständige Arbeit
  • Nichtselbstständige Arbeit
  • Kapitalvermögen
  • Vermietung und Verpachtung
  • Sonstige Einkünfte

Für jeden dieser Bereiche gibst du deine Einnahmen und Ausgaben an. Anschließend berechnest du die Differenz der beiden Beiträge und addierst sie zusammen. Von dieser Summe werden dann Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und eventuell Kinderfreibeträge abgezogen. Heraus kommt das zu versteuernde Einkommen. Allerdings werden Steuern erst über dem Grundfreibetrag von 8.354 Euro fällig. Dabei ist der Steuersatz umso höher, je mehr du verdienst.

Hinweis:

Als Arbeitnehmer gibst du unter dem Punkt „Einnahmen“ die Daten deiner Lohnsteuerbescheinigung an und unter dem Punkt „Ausgaben“ machst du die Werbungskosten geltend. Das sind beispielsweise Ausgaben für ein Arbeitszimmer, Fahrtkosten und Fortbildungskosten.

 

Lohnt sich eine Steuererklärung schon während des Studiums?

Bei den meisten Angestellten wird jeden Monat ein Teil des Gehaltes einbehalten, der direkt an das Finanzamt geht. Besonders bei Studenten sind diese Abzüge oftmals zu hoch, weshalb sich eine Steuererklärung durchaus lohnt.

Einkommenssteuererklärungen können rückwirkend für bis zu vier Jahre abgegeben werden – du kannst also bis Ende 2014 noch alle Erklärungen bis einschließlich 2010 einreichen.

Wenn du mehr Geld verdient hast, kannst du die Kosten für dein Studium als Sonderausgabe absetzen. Der Höchstbetrag liegt allerdings bei 6.000 Euro für das Jahr, in dem die Kosten angefallen sind. Aus diesem Grunde profitieren nur wenige Studierende von dieser Regelung.

Einfacher ist es für Studenten, die bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen haben, sich in einem Zweitstudium befinden oder neben dem Beruf studieren. Sie können ihre Kosten bereits während ihrer Ausbildung geltend machen. Diese werden als Verlustvortrag anerkannt und mit der ersten Einkommenssteuererklärung nach der Ausbildung verrechnet. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass alle Kostenbelege aufbewahrt und die Aufwendungen bereits in den Jahren der Ausbildung im Rahmen der Steuererklärung als Werbungskosten deklariert werden.

 

Wer ist verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben?

Eine Steuererklärung ist dann obligatorisch, wenn du einer freiberuflichen oder selbstständigen Tätigkeit nachgehst oder Hauseigentum vermietest. Als Arbeitnehmer unterliegst du der Steuererklärungspflicht, wenn du neben deinem Gehalt noch weitere steuerpflichtige Einnahmen ohne Lohnsteuerabzug erwirtschaftet hast, bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt gewesen bist oder auf deiner Lohnsteuerkarte zusätzliche Freibeträge vermerkt worden sind.

 

Bis wann muss die Steuererklärung abgegeben werden

Der 31. Mai ist immer der letzte Abgabetermin für die Steuererklärung. Wenn du allerdings die Hilfe von einem Steuerberater in Anspruch nimmst, verlängert sich die Frist automatisch bis zum 31. Dezember. Das bedeutet: Die Steuererklärung für 2013 muss erst am 31. Dezember 2014 abgegeben werden.

Was passiert, wenn ich die Frist verpasse?

Solltest du es mal nicht rechtzeitig schaffen, kannst du das Finanzamt schriftlich um eine Fristverlängerung bitten. Erkläre in deinem Schreiben kurz, warum du die Frist nicht einhalten konntest – in der Regel stimmt das Finanzamt einer Verlängerung zu. Wenn du die Abgabefrist allerdings verstreichen lässt und auch auf die schriftliche Erinnerung nicht reagierst, kann das Finanzamt ein Zwangsgeld und einen Verspätungszuschlag verhängen. Die Höhe des Zwangsgelds und des Verspätungszuschlags beschließt das Finanzamt nach eigenem Ermessen. Es kann aber auch passieren, dass der Finanzbeamte deine Besteuerungsgrundlage schätzt und einen entsprechenden Steuerbescheid erlässt. Damit das nicht zu deinen Ungunsten geschieht und du letztlich höhere Steuern bezahlen musst, als es eigentlich der Fall gewesen wäre, solltest du den Abgabetermin möglichst einhalten.

 

Welche Unterlagen benötige ich?

Als erstes brauchst du eine Steuer-ID. Diese gilt, anders als die alte Steuernummer, ein Leben lang. Die Steuer-ID wurde bis zum 31. Dezember 2008 an jede Bundesbürger geschickt. Hast du noch keine Post bekommen, wende dich an das Finanzamt deines Erstwohnsitzes. Außerdem brauchst du deine Lohnsteuerbescheinigung und sämtliche Unterlagen, die deine Angaben bestätigen: Rechnungen, Quittungen, Kontoauszüge etc. Falls das Finanzamt deine Ausgaben nicht anerkennt, weil Unterlagen fehlen, kannst du diese nachreichen. Das ist selbst dann noch möglich, wenn dein Steuerbescheid schon angekommen ist.

Selbstverständlich müssen alle gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen.

 

Wie mache ich meine Steuererklärung?

Mit dem Programm Elster kannst du deine Steuererklärung direkt am Computer ausfüllen und die Daten anschließend verschlüsselt per Internet an die Steuerverwaltung übermitteln. Der Vorteil: Das Programm übernimmt deine Vorjahresdaten und prüft, ob deine Einträge plausibel sind. Allerdings müssen die Daten noch rechtsverbindlich unterschrieben und zusammen mit den Belegen per Post an das Finanzamt geschickt werden.

Eine Einsicht in das Einkommensteuergesetz (EStG) erhältst du unter folgendem Link: www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/.pdf

 

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